Im Jänner endete die Begutachtungsfrist für die Pensionskassen-Gesetzesnovelle. Alle groß angekündigten „Verbesserungen“ bringen den Geschädigten nichts. Die gesamte Novelle ist ein einziger Pfusch. Außerdem werden die Pensionskassen-Geschädigten wieder einmal durch euphemistische Aussagen von Stefan Zakostelsky (Obmann des Fachverbandes der Pensionskassen) verhöhnt. Die Problematik wird im zweiten YouTube-Clip „Travnicek und die Pensionskassennovelle“ treffend dargestellt. Als Gaststar tritt der bekannte Kabarettist, Schauspieler und Magier Peter Lodynski (Gewinner der „Goldenen Rose von Montreux“) auf. Leider ist das kein lustiger Sketch, sondern bittere Wahrheit. Frei nach Farkas: Schauen Sie sich das an.
> Travnicek und die Pensionskassennovelle – Video-Clip auf youtube
Die Novelle zum Pensionkassen-Gesetz trägt die Handschrift der Pensionskassen-Lobby. Die berechtigten Forderungen der geschädigten Pensionskassen-Berechtigten wurden nicht einmal ansatzweise berücksichtigt.
Die sogenannnte “Sicherheitspension” muss von den Pensionskassen-Pensionisten/Pensionistinnen mit weiteren Pensionskürzungen von 30 bis 40 % erkauft werden. Trotzdem ist kein wirklicher Schutz vor Kaufkraftverlusten vorgesehen. Die einzige Sicherheit ist also der Verlust beim Umstieg. Das Ganze wird der uninformierten Öffentlichkeit dann als sichere Pensionskassen-Pension verkauft!
> sicher ist die Pensions-Kürzung – ein Betroffener über die Sicherheits-Pension
Als weitere große Errungenschaft preisen die Pensionskassen das Lebensphasen-Modell. Jeder Berechtigte soll damit die Veranlagung nach seiner Risiko-Einschätzung wählen können. Dieses Modell wäre bestenfalls vor der Finanzmarktkrise 2008 praktikabel gewesen. Jetzt im Zeitalter der Schuldenkrise und einer hohen Inflationsgefahr bergen auch die vormals so sicheren Anleihen ein hohes Veranlagungsrisiko. Aus diesem Grund empfehlen seriöse Anlageberater und Vermögensverwalter heute mehr denn je eine breit gestreute Veranlagung. Nicht so die Pensionskassen. Sie suggerieren den Berechtigten die sichere Veranlagung in Anleihen und schieben die Verantwortung für die Veranlagungs-Strategie an die Pensionskassen-Berechtigten ab. Wozu man dann überhaupt Pensionskassen braucht, ist also mehr denn je schleierhaft!
> Auf Zerfall der Eurozone einstellen – fondsprofessionell.at (16.1.)
Eine echte Wahlmöglichkeit für die Berechtigten wurde nicht einmal im Ansatz verwirklicht. Die Berechtigten bleiben ihrer vom ehemaligen Arbeitgeber ausgewahlten Pensionskasse ausgeliefert. Weil die Konkurrenz fehlt, können die Pensionskassen weiter in Fonds ihrer Muttergesellschaften veranlagen. Zu den hohen Verwaltungskosten fallen so zusätzlich noch die Fondsgebühren an. Kein Wunder also, dass für die Berechtigten nichts übrigbleibt. Die Pensionskassen bleiben also auch nach der Novelle ein sicheres und völlig risikoloses Geschäft für ihre Eigentümer.
Warum Gewerkschaft und Arbeiterkammer gerade bei den Pensionskassen auf den Konsumentenschutz vergessen ist mehr als schleierhaft. Aber es passt völlig zum Geist dieser Novelle:
Der Staat ist mit seiner Gesetzgebung maßgeblich für das Versagen der 2. Säule der österreichischen Altervorsorge verantwortlich. Trotzdem lehnt er jede Hilfe für die Geschädigte kategorisch ab. Viele von ihnen haben bereits mehr als die Hälfte ihrer zugesagten Pension verloren. Schuld daran ist nach Meinung des Gesetzgebers und der Pensionkassen allein der Finanzmarkt – die Berechtigten haben halt eine schlechte Zeit erwischt. Fazit:
> Unterstützungserklärung samt Anleitung
Mehr als 2.000 Unterschriften wurden am 7. Dezember von pekabe als SOS der Geschädigten an NR-Präsidentin übergeben.
> elektronische Zustimmung zur Bürgerinitiative -parlament.gv.at
> pekabe überreicht Bürgerinitiative an NR-Präsidentin Prammer – derstandard.at (7.12.)
> Seniorenrat gibt Stellungnahme zur Novelle des Pensionskassengesetzes ab - derstandard.at
> Gesetzesvorlage ist ein beschämender Offenbarungseid der sog. Reformer - pekabe
> Wichtigste Forderung des Seniorenrates nicht erfüllt – APA/OTS
> 800.000 Betroffene erleiden durch SPÖVP-PK-Entwurf massive Einbußen – FPÖ Neubauer
> Kein Zuckerl für Zusatzpensionen – derstandard.at (24.11.)
Sagen Sie es Ihren Freunden:
S.g.Damen u. Herren,
Ich habe das Volksbegehren bereits unterschrieben, ich verlange,dass jeder selbst
entscheiden kann, ob er das Geld herausnimmt oder in der Pensionskasse lässt.
Die Misere der Pensionskassenopfer – 60.000 Pensionisten und über 700.000 noch Aktive – ist signifikant dafür, wie die Politik unter dem Würgegriff erfolgreicher Lobbies unterwegs ist. Alle, die an einer nachhaltigen, wirklich bürgernahen Politik interessiert sind, auch wenn sie nicht Teil der oa. Opfergruppe sind, sind aufgerufen, sich an dem Volksbegehren http://www.stoppdempensionskassenflop.at zu beteiligen.